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 Das Halloween-Special

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Barbara Barber

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BeitragThema: Das Halloween-Special   Mo Okt 31, 2011 12:46 pm

Autor: Hexxe (Ich)
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Rechte: Liegen bei mir

Das Halloween-Special


„Scheiße!“, fluchte Judith genervt, als der Motor abstarb. Das passierte aber auch echt immer wieder und wieder und wieder! Altes Auto eben und hätte sie genügend Geld, sie würde sich sofort ein anderes kaufen. Das hier war wirklich schon ein Auto-Ururopa!
„Schon wieder?“, seufzte es von hinten und Biene lehnte sich nach vor zwischen die Vordersitze. Sie war ja wirklich eigentlich ein sehr geduldiger Mensch, aber dieses Schauspiel hatte sich schon zu oft in der letzten halben Stunde zugetragen. Da verlor sogar sie die Nerven.
„Tja, dein Auto mag dich nun mal nicht, das hab ich dir doch schon öfter gesagt“, feixte nun auch noch Alina, die es sich ebenfalls auf der Rückbank bequem gemacht hatte. Sie hatte ja vorgeschlagen, die Bahn zu nehmen und den Bus, aber nein! Judith wollte ja lieber mit dem Auto fahren!
„Aber echt!“, knurrte die Fahrerin und schlug mit der flachen Hand verärgert auf das Lenkrad. Das wütende Hupen des alten Auto-Seniors, das ziemlich genau die Gefühle der Autobesitzerin in diesem Moment widerspiegelte, lies alle zusammen zucken.
„Komm, beruhige dich“, meinte Wilhelmine auf dem Beifahrersitz nun besänftigend und strich sanft über das Armaturenbrett.
„Komm, mein Junge, tu uns doch den Gefallen und fahr uns heute zu der Party und wieder nach Hause, ja? Bitte, wir wollen dir doch nichts Böses. Morgen sind wir sicher auch so erschöpft, genau wie du und dann hast du frei. Ok?“
„Gib es auf, der ist stur wie ein alter Ziegenbock!“, knurrte Judith und drehte den Zündschlüssel nochmal um. Der alte Motor hustete und keuchte – und starb wieder ab. Kollektives Aufstöhnen.
„Also, Mädels, der alte Fritz fährt heute nirgends mehr hin. Das war's also mit der Abendplanung. Hat eine von euch hier Empfang?“
Nacheinander holten sie ihre Handys raus und sahen nach – nein, keine hatte Handyempfang.
„Wie denn auch, hier in der Pampa?“, stellte Alina trocken fest und packte ihr Handy wieder weg.
„Einen Versuch war es ja wert.“
Biene seufzte leise und sah ihre Freundinnen ratlos an.
„Und jetzt? Wir können keinen Abschleppdienst rufen und weiter ode3r zurück kommen wir auch nicht.“
Demonstrativ löste Judith den Gurt.
„Jetzt, meine Freunde, jetzt machen wir uns zu Fuß auf den Weg und besorgen uns Hilfe. Ganz archaisch, ohne jegliche moderne Technik.“
Ein Vorschlag, der bei Wilhelmine und Biene sichtlich Verunsicherung hervorrief, doch zögerlich schnallten auch sie sich ab und stiegen aus dem Auto, das immer noch schmollte und sich wie ein kleines Kind auf den Boden gesetzt hatte.
Immer noch etwas wütend knallte Judith die Tür zu.
„Ha, da sagst jetzt nix!“, spottete sie. Wilhelmine schloss die letzten paar Zentimeter Reißverschluss ihrer Jacke. Ein eisiger Wind schnitt ihr ins Gesicht und rötete ihre Wangen. Eigentlich wäre es noch nicht ganz so dunkel, doch hier im Wald war es schon ziemlich duster.
„Ok, in welche Richtung wollen wir?“, fragte Alina, während sie ihren Rucksack schulterte und ihren Schal zu recht schob.
„Es ist kalt“, brummte Judith nur.
„Somit ist es mir relativ egal. Ich mein, ich hab einen Kurzen Rock und Nylonstrumpfhosen an, also will ich bald wohin, wo es wärmer ist. Das letzte Haus ist schon eine Weile her, das war da, wo wir zum ersten mal liegen geblieben sind. Also kann das nächste Haus ja nur näher sein.“
Einen winzigen Moment lang war es ruhig und man hörte nur, wie der zornige Herbstwind an den letzten überlebenden Blättern an den Bäumen riss, begierig auch sie zu seinen Opfern hinzufügen zu können.
„Na dann gerade aus“, beschloss Wilhelmine schließlich und stapfte, die Hände tief in den Jackentaschen vergraben, los. Auch sie trug einen Rock und Nylonstrumpfhosen und auch ihr war sehr daran gelegen, bald ins Warme zu kommen. Außerdem würde sie gerne bald ein stilles Örtchen aufsuchen.
Nach drei Schritten blieb sie aber wieder kurz stehen und sah zu den anderen. Diese folgten ihr.
Während sie gingen gab es irgendwie nur ein Thema, auf das man, welche Versuche Alina auch unternahm, ein anderes Thema anzuschneiden, irgendwie immer wieder zurückkam. Könnte daran liegen, dass dieses Thema eben auch sehr aktuell war: Diese unsägliche, verdammte Kälte!
Alina schien nicht kalt zu sein. Sie ging als Schwarzmagier und trug unter der langen schwarzen Robe ein langärmliges Hemd und Jeans. Judith dagegen hatte sich als Vampirin verkleidet und Wilhelmine als Vampir-Werwolf-Mischung. Biene trug ein langes, weißes Kleid. Das Gesicht hatte sie sich weiß und blass grundiert und die Haare mit Haarspray so gestylt, dass sie wirr vom Kopf abstanden. Und außerdem hatte sie noch weißes Spray für die Haare benutzt.
In der Tat waren die drei schon ein paar schaurige Gestalten, wie sie sich so – teilweise in Wander-High Heels – durch das dunkle Gestrüpp kämpften – und immerzu über die Kälte unterhielten.
Gut, ab und an mal auch über Büsche, die ohne Dornen besser dran wären, aber meistens dann doch über Kälte. Sie entwickelten Spiele, á lá „Mir ist so kalt dass ich am liebsten am Südpol wäre, um aufzutauen.“
Sie waren bestimmt eine halbe Stunde so gewandert. Nein, bestimmt eine Stunde! Ne, eineinhalb Stunden waren das schon!
„Wenn wir weniger als drei Stunden gewandert sind, fresse ich einen Besen!“, verkündete Alina und da überbot sie keiner.
Die vier Mädels standen nun vor einem großen, alten Anwesen, das nach Wilhelmines Meinung dringend etwas restauriert werden sollte. Es machte irgendwie einen boshaften, grusligen Eindruck...ja, es war auch ein wenig bedrohlich, aber es war hell erleuchtet. Inzwischen hatte es zu regnen angefangen und die vier waren rettungslos durchnässt. Und langsam wollte Wilhelmine wirklich dringend eine Toilette aufsuchen.
Sie traten vor das Haus und wollten klingeln – doch irgendwie gab es keine Klingel.
„nicht nur irgendwie, da ist wirklich keine, nicht mal so ein Strick zum dran ziehen“, stellte Alina mit ihrer trockenen Art fest. Wilhelmine stöhnte auf.
„Bitte, das heißt jetzt aber nicht, dass wir weiter latschen dürfen, oder?“
Judith schüttelte den Kopf.
„Ne, wir sind alle vier erschöpft und nass und durch gefroren bis auf die Knochen, die Leute hier werden uns schon helfen. Sie leben zwar in einem extravaganten Haus und normale Leute leben nicht in extravaganten Häusern, was bedeutet, dass die Leute hier wohl nicht normal sind, aber he! Learn to live with that! Nobody's perfect. Und so weiter and so on. Ich klopf jetzt einfach mal mit diesem riesigen Ring, der dem...ähm...Goblin? Der dem Ding da aus dem Mund hängt.“
Sie zuckte die Schultern und klopfte einfach mal. Es öffnete ein hagerer Mann mit ganzen drei Haaren auf dem Kopf und einem Zug um den Mund, als hätte er soeben einen ganzen Eimer Spülwasser ausgetrunken.
„Wen darf ich melden?“, fragte er mit einer sehr näselnden, hohen Stimme und blickte herablassend auf die Mädchen herab. Sicher war Mister Spülwasser über zwei Meter groß! Biene war ja schon sehr groß, aber zu dem komischen Kauz musste sie dennoch ganz schön hochsehen.
„Ähm...wir sind nicht eingeladen und-“, begann Judith.
WUMMS! Zu war die Tür!
„Das lief nicht so wie geplant“, kommentierte Alina.
„Sowas Unhöfliches!“, empörte sich Wilhelmine.
„So ein Riese!“, staunte Biene.
„Und was machen wir nun?“, wandte sich Judith unschlüssig wieder an die Freundinnen. Ratlose Gesichter waren die Antwort, bis schließlich Stimmen hinter der Tür ertönten und diese wieder aufging. Vor Mister Spülwasser stand nun eine kleine, rundliche Gestalt, die irgendwie einen amüsanten Gegensatz zu dem hageren Riesen setzte.
„Tut mir leid, Murst hat euch nicht rein gelassen, weil er eigentlich die Anweisung hatte, kein Gesinde rein zulassen, sondern nur eingeladene Gäste, aber so kann man euch doch nicht hier stehen lassen!“
Ein freundliches Lächeln erhellte das rundliche, von sanft gewelltem, schulterlangen Haar umrahmte Gesicht.
„Bitte, kommt doch rein, wir päppeln euch schon aus. Also wirklich, Murst, was hast du nur für ein Herz aus Stein, diese traurigen Gestalten bei dem Wetter abzuweisen! Bitte, macht mir die Freude und seid heute meine Gäste! Mein Name ist Jerava.“
Murst verzog keine Mine.
„Wie Ihr wünscht, Herrin“, antwortete er nur, trat zur Seite und hielt die Türe auf.
„Kann ich Ihnen die Mäntel abnehmen?“, fragte er noch immer nicht freundlicher und als Judith ihm eiskalt ihre Jacke in die Hand drückte, hielt er sie leicht angewidert mit spitzen Fingern, ehe er sie an die Garderobe hängte, wo bereits einige noble Pelzmäntel, Jacketts und Nerze ihren Platz gefunden hatten. Wilhelmine war angewidert.
Sie mochte Tiere sehr gern und konnte es absolut nicht verstehen, wenn Tiere aus einem solchen Grund getötet wurden. Schlachten, um die Tiere zu Essen zu verarbeiten, verstand sie noch irgendwo – essen war ein Grundbedürfnis und auch Fleisch enthielt gewisse Vitamine, die der Mensch brauchte. Aber so ein Nerz diente einzig und allein der Eitelkeit seiner Besitzerin...vielleicht auch seines Besitzers.
„Ihr armen, ihr seid ja völlig durchnässt! Ich werde euch etwas zum Anziehen besorgen. Allerdings weiß ich nicht, ob euch das gefällt“, gab Jerava zu bedenken.
„Ist egal, Hauptsache trocken!“, kam es von Alina, die in der schwarzen, weiten Robe wie eine große, nasse Krähe wirkte und gar nicht mehr wie ein furchteinflösender Schwarzmagier.
„Können wir dann vielleicht auch irgendwie unser Make-Up auffrischen? Das ist sicher ziemlich zerlaufen“, fügte Judith noch hinzu, während sie Jereva folgten, die inzwischen schweratmend eine Treppe hochstieg. Sie nickte nur.
Jereva war sich natürlich dessen bewusst, dass das, was sie hier tat eine Gefahr für die vier Mädels bedeutete, aber sie konnte sie doch unmöglich weiter durch den Wald schicken! Vor allem...heute Nacht würden hier im Wald noch weitaus gefährlichere Gestalten ihr Unwesen treiben. Sie hatte ja bereits vor Jahren gebeten, die Straße durch den Wald für die Nacht vom 31.10. auf den 01.11. zu sperren. Klar, das war eine gute Abkürzung von Buxtehude nach Hintervorderdorf oder wie die Käffer hier auch hießen, aber es war nun mal gefährlich. Aber wie will man das so sturen Menschen erklären?
Das Mädchen führte die vier in ein Zimmer, an dessen Wänden etwas verblichene, grün-goldene Tapeten im Jugendstilmuster hingen.
„Dort ist ein Kleiderschrank und da das Bad, Handtücher sind drin. Kommt einfach runter, wenn ihr zu weit seit.“
Jereva lächelte den vieren freundlich zu und verlies dann das Zimmer. Auf wem Weg die Treppe runter in die große Halle, holte ihre Mutter Mewa sie von der Galerie aus ein.
„Murst hat mir erzählt, dass du vier Sterbliche rein gelassen hast?“, fragte sie misstrauisch und Jereva nickte leicht.
„Ja, vier Mädchen. Sie brauchen nur trockene Sachen, Mutter, und müssen einen Abschleppdienst anrufen. Bitte, das ist doch wohl möglich.“
Die ältere Frau nickte leicht.
„Ja, wir werden die Mädchen nicht brauchen“, pflichtete sie ihrer Tochter zu, die erleichtert aufatmete und dann nochmal durch das untere Geschoss des Hauses ging, um alles zu kontrollieren, ehe sie sich in ihrem Zimmer ebenfalls fertig machte. Heute Nacht sollte sie die Zeremonie vollziehen.
Ihr Zimmer war kein einfaches Zimmer, mehr eine kleine Wohnung: Ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein begehbarer Kleiderschrank, ein Esszimmer, wenn sie alleine essen wollte, und ein Empfangszimmer. Alles verbunden mit einem Gang, den man durch die Haupttür betreten konnte.
Sie ging in ihr Schlafzimmer. In der Mitte des Zimmers stand ein rundes Bett, um nicht zu sagen Matratzen-, Decken- und Kissenlager. Von allen Seiten war das Bett durch einen leicht durchsichtigen Vorhang verborgen – ein Himmelbett mit der Decke als Himmel.
Die Tapete an den Wänden war genauso ausgeblichen, wie in allen anderen Zimmern des Hauses. Sie war mit einem detaillierten Muster versehen und man konnte immer wieder eine andere Geschichte erkennen, wobei keine Geschichte zweimal vorkam. Das Zimmer war in den Farben kastanienbraun und gold gehalten und durch kleine Statuen und Büsten und andere Elemente, wie die Marmorsäulen, die um ihr Bett herum standen, wurde dem Zimmer ein wenig das Aussehen eines Tempels verliehen. Auf dem Toilettentisch stand ein gusseisernes Gestell, in dem eine Kugel lag, die von innen heraus in unterschiedlichen Farben sanft leuchtete. Man konnte kein Kabel und keine Batterien finden, die die Kugel mit Strom hätten versorgen können. Außerdem drang eine Stimme aus der Kugel.
„Ja, ich weiß doch, dass das gefährlich ist, aber es ist trotzdem richtig, was ich getan habe“, verteidigte Jereva sich gerade.
„Mutter wird ihnen nichts tun, da bin ich mir sicher. Sie hat doch ihre eigenen...speziellen Gäste.“
Das Mädchen kam mit einem in dunklen Tönen gehaltenen Kleid zurück. Es bestand aus einem Rock und einem zweiten, den man sich allerdings über den Kopf zog und als Poncho mit Carmenkragen benutzte.
Als sie angezogen war, band sie die oberen Haare zu einem Zopf zusammen, legte ein
schmales Haarband aus Perlen an und steckte sich einen perlmutfarbenen Kamm in die Haare. Anschließend schminkte sie sich bis auf die Augen relativ dezent. Die Augen waren aber stark. Starke Augen...ja, das mochte sie, denn starke Augen setzten sich durch.
„Und was hast du mit den Menschen vor?“, fragte die Kugel unschuldig nach.
„Ich habe gar nichts mit ihnen vor“, antwortete Jereva und nahm die Kugel vorsichtig, wie ihren größten Schatz aus dem Gestell. Die Kugel bestand aus einem milchigen, undurchsichtigen Stein und war glatt und ganz perfekt rund.
„Ich werde sie wieder nach Hause schicken, sobald sie draußen nicht mehr Gefahr laufen, vom nächstbesten Alb zerfetzt zu werden.“
Behutsam hauchte Jereva der Kugel einen Kuss auf, ehe sie sie in einer goldenen Fassung befestigte und sich diese dann als Kette um den Hals hängte.
Die meisten Gäste waren bereits versammelt, als ihr Mutter wieder zu ihr kam.
„Planänderung, Jereva: Meine Gäste sind nicht gekommen, also werden deine Gäste ihren Platz einnehmen müssen.“
Fassungslos sah sie zu ihrer Mutter.
„Das war nie so abgemacht“, zischte sie, doch Mewa zuckte nur die Schultern.
„Als ob wir uns an Abmachungen halten würden.“
„Jereva!“, rief nun eine andere Stimme und sie erkannte die vier Mädchen, die gerade auf sie zu kamen und bei ihnen stehen blieben.
„Das ist meine Mutter Mewa“, stellte Jereva ihnen die ältere Frau vor.
„Freut uns“, sprach Judith anstelle der anderen und stellte sie alle vor.
„Es ist wirklich außerordentlich freundlich von Ihnen, uns hier bei dem Wetter aufzunehmen, obwohl sie selbst eine Halloweenfeier haben“, ergänzte Biene.
„Oh, das ist selbstverständlich, meine Lieben...je mehr Gäste es sind, desto amüsanter ist es“, meinte die Hausherrin und lächelte dabei irgendwie rätselhaft, ehe sie ging. Jereva schien sich erst zu entspannen, als ihre Mutter weg war.
„Ich...werde euch mal hier etwas herumführen“, beschloss sie und winkte ihnen, ihr zu folgen.
Alina und Judith kam die Gesellschaft merkwürdig vor. Alle reichlich blass, trugen altertümliche, manchmal sogar mottenzerfressene Kleidung und redeten nicht viel. Keiner tanzte, aber lebendig waren sie, denn sie behielten die vier Freundinnen sehr genau im Auge.
„Das ist irgendwie sooo typisch! Ich komm mir vor, wie in der Rocky Horror Picture Show“, vertraute Alina Judith an, die leicht nickte.
„Ja. Auto bleibt liegen, man kommt durch den regen zu einem gruseligen Anwesen, wo einem von einem gruseligen Hausdiener die Tür geöffnet wird und eine gruselige Party findet statt. Pass auf, gleich lernen wir Frankensteins Monster kennen“, kam es von Judith und Jereva lachte leise.
„Nein, mit einem Monster wie dem Frankensteins können wir nicht dienen. Wir haben...andere Monster.“
Dabei sah die Tochter der Hausherrin so warnend drein, dass den Vieren eine eiskalte Gänsehaut über den Rücken lief und sie schweigend weitergingen.
Bald waren sie in der Küche, wo Jereva die Tür schloss.
„Ihr müsst hier weg“, erklärte sie und erntete verständnislose Blicke, während sie eine Geheimtür öffnete, die in einen Gang runter führte.
„Was?“
„Weg. Nicht mehr da. Fort. Ausgeflogen - Tutti completti. Ihr versteht?“
„Nein?“, antwortete Wilhelmine immer noch verwirrt. Sie trug nun ein Kleid aus dem schönsten Biedermeier.
„Hört zu: Wenn ihr nicht verschwindet, dann landet ihr auf der Speisekarte!“
„Wie Vampire?“, kam es scherzhaft von Judith, doch Jerevas finsterer, ernster Blick lies ihr das Lachen im halse stecken bleiben.
„Nicht wie Vampire, wenn auch ähnlich. Auf euer Blut haben wir es gar nicht abgesehen. Schmeckt nicht, wisst ihr? Wir brauchen Erinnerungen, denn von Erinnerungen ernähren wir uns. Von Identitäten. Nur wenige von dort draußen wurden wie ich so geboren. Keine Sorge, wir haben noch genug Erinnerungen, um noch lange zu überleben, meine Mutter hängt nur an Traditionen und die besagen, dass man an Halloween neue Erinnerungen braucht. Fakt ist: Wenn Mewa euch erwischt, dann werdet ihr euch nicht mehr daran erinnern, wer ihr vorher ward und ebenfalls zu Seelensuchern. Wobei wir uns lieber Belfai nennen. Jedenfalls habt ihr euch nicht für das Programm angemeldet und die, die durch das Programm kommen sollten, sind nicht gekommen und nun will Mewa euch nehmen. Wenn ihr hier durchgeht, dann kommt ihr in den Stall. Dort werdet ihr in der Futterkammer Decken finden. Ihr müsst alle vier an den selben Ort denken und euch darunter verstecken, sodass euch niemand sehen kann, dann landet ihr dort – und kommt in der Nacht vom 31.10. auf den 01.11. nie wieder hierher, verstanden?“
Der Blick des Mädchens war so ernst, dass keiner es wagte zu widersprechen.
„Und wenn wir die Decken nicht finden?“, gab Biene zu bedenken.
„Dann lauft, denn es geht um eurer Leben“, kam es trocken zurück.
Wilhelmine zögerte kurz.
„Und warum kommst du nicht einfach mit?“, fragte sie dann.
„Ich bin bereits eine Seelensucherin, aber noch nicht initiiert, daher kann ich mich nur hier aufhalten. Das hier war vor Urzeiten eine Kultstätte mit Menschenopfern und einem dazugehörigen Friedhof. Der Stall liegt nicht mehr auf diesem Grund, aber hier kann ich mich bewegen. Hier schwirren noch genügend Seelen rum, die meiner Existenz Stabilität verleihen. Aber heute werde ich initiiert. Das heißt, ich muss aus dem Seelenresten hier eine Seele erschaffen und in einen Körper setzen. Seht zu, dass ihr bis dahin weit weg seid. Danach wird man sich nämlich über euch hermachen wollen. Ich werde so langsam machen, wie möglich.“
Damit schubste die kleine, runde Gestalt die anderen in den Geheimgang und verschloss die Tür wieder.
„He!“, rief Judith.
„Wir haben kein Licht.“
Offenbar hatte Jereva sie gehört, denn kleine Glühbirnen glimmten auf und so konnten sie leicht zum Stall gehen.
Die Futterkammer zu finden, war auch nicht so schwer, aber die Decken waren ein größeres Problem: Woran erkannte man eine Teleportationsdecke?
Jereva gab sich unterdessen reichlich Mühe, die Seele so langsam, wie möglich zusammenzubasteln und dann in einen bestimmten Körper zu setzen. Dann wollte ihre Mutter aber die Mädchen und Jereva schwieg eisern, sodass ihre Mutter bald darauf die vier suchen lies.
Die hörten den Lärm und wurden unruhig, da sie immer noch nach der letzten Teleportationsdecke suchten. Sie hatten sich darauf geeinigt, zu Wilhelmine zu gehen.
Es war bereits lauter, rumorender Krach im Geheimgang zu hören, was nicht gerade zur Beruhigung beitrug, und sie suchten noch immer!
Hektisch stießen sie Eimer um. Nun suchten zwei nach der Decke und die anderen zwei verbarrikadierten die Tür mit allem, was sie auftreiben konnten, bis Alina schließlich einen weichen Zipfel sah und die Decke raus zerrte.
„Ich hab sie Leute!“, rief sie und schnell duckten sie sich unter die Decken. Es wurde bereits gegen die Tür gepocht.
Als diese aber offen und die Tiere im Stall all ihrer Nerven beraubt waren – wie übrigens auch Jereva und die vier anderen Mädels – da sanken die Decken sacht, leise und voller Unschuld zu Boden und offenbarten, dass die vier Seelen nicht gefunden worden waren.
Als Wilhelmine die Tür aufsperrte, kam vom Wohnzimmer die Stimme ihrer Mutter.
„Seid ihr schon wieder da, Wilhelmine? Hat es keinen Spaß gemacht?“
Wilhelmine atmete tief durch.
„Frag nicht, Mama, frag besser nicht.“
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